Deutsche Meisterschaft SolarMobil 2021 in Dortmund

Mit großem Erfolg und neuen Rekorden ist am Samstag die Deutsche Meisterschaft der Solar-Modellfahrzeuge, ein MINT-Wettbewerb für Schüler:innen im Alter von 11-18 Jahren rund um die Themen nachhaltige Mobilität und Technik, zu Ende gegangen. Der Verein SolarMobil-Deutschland hatte zur 11. Deutsche Meisterschaft der Solar-Modellfahrzeuge geladen, nicht auf Distanz, wie im Vorjahr, sondern in Präsenz fand diese vor begeistertem Publikum mit Schüler:innen aus den gesamten Bundesgebiet in der DASA in Dortmund statt. Aus Gründen das Infektionsschutzes hatte der Veranstalter in diesem Jahr zusätzlich zu den Qualifikationen über die Regionalwettbewerbe eine weitere Hürde zur DM eingebaut. Um die Teilnehmerzahl deutlich niedriger als sonst zu halten und die Meisterschaft zeitlich so durchzuführen, dass viele Teams am Wettbewerbstag an- und abreisen konnten, traf die Jury eine Vorauswahl auf der Basis der eingereichten Poster und Platzierungen bei den Regionalwettbewerben.

Vor dem Wettbewerb bestand die Möglichkeit zu Probefahrten auf der Rennbahn und zur Feinabstimmung der Fahrzeuge in der SolarMobil-Werkstatt, zu der nur die teilnehmenden Schüler:innen aber keine Betreuer:innen Zutritt hatten. Hier wird immer bis zuletzt gelötet, geölt, der Grip der Räder, die Gewichtsverteilung u.v.m. optimiert, derweil die mitgereisten Fans, Eltern und Betreuer:innen sowie einige Teilnehmer:innen an Führungen durch die DASA teilnehmen konnten. Das SolarCar-Team der Uni Bochum präsentiert auf der Solar-Fair im Rahmenprogramm der DM einen selbstgebauten Rennwagen, die Ravensberger Erfinderwerkstatt mehrere mit Schülern gebaute Solar BobbyCars.

Nach den Grußworten von Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter aus dem Bundesumweltminsterium, von NRW Umweltminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und dem Dortmunder Bürgermeister Norbert Schilff wurde es ab 13:30 Uhr spannend. Nun galt es möglichst viele Punkte für die Meisterschaft beim Technik-Check, der Projektpräsentation vor Jury und dem Jurygespräch sowie im Solar-Rennen bzw. -Showfahren zu sammeln. In den vier Wettbewerbsklassen, der Kreativklasse, der Ultraleichtklasse A (bis 14 Jahre), der Ultraleichtklasse B (ab 15 Jahre) und der neuen Solar-E-Klasse wurden die Deutschen Meister ermittelt und auch weitere Sonderpreise vergeben. Das Reglement wird jährlich weiterentwickelt und so verändert, dass man stets nur mit einem neu entwickelten Fahrzeug antreten kann.

Die Goldmedaille in der Ultraleichtklasse, die heuer den Schwerpunkt Papierleichtbau hatte, fuhr auf der 20m Strecke bei den 11 bis 14 jährigen das Team „Tigermücke“ vom Hessen SolarCup ein. Über Silber und Bronze freuten sich die „RaKete“ vom SolarCup Schleswig Holstein und das Team „Green for Speed“ vom Regionalwettbewerb SolarMobil Bayern. Die älteren Ü14 Rennkids fuhren auf der 40m Renndistanz, deren zusätzliche Herausforderung eine verschattete Tunneldurchfahrt darstellt. Erneut siegt hier knapp das Team Paper-MAX der Solar Rallye Emden, obwohl das zweitplatzierte Team Ökoflitzer 6.0 aus Augsburg im Halbfinale die Tagesbestzeit fuhr. Leider warfen kleinere technische Probleme das Team im Finale auch nach 2019 wieder auf den zweiten Platz. In der neuen Solar-E-Klasse, deren Modell zwingend Fahrzeugcharakter aufweisen müssen, mit einem vorgegebenen Energiespeicher ausgestattet sind und vor dem Rennen an der Solartankstelle geladen werden, ging es in diesem Jahr in die sogenannten Endurance-Rennen. Die weiteste Strecke legte der Pium Racer von Felix Haschke (19) mit über 120m zurück. Die weiteren Platzierungen gingen an die Teams JuBeL (95m) und E-Stromnauten (75m).

Das Motto der Kreativklasse „Green Energy“ setzte nach Jury-Wertung Noah Brede mit seinem Solar-Lasten-Rad am besten. Einen Sonderpreis für die beste Mottoumsetzung bekam das Team Green Turtle, den Sonderpreis für das beste Poster erhielt das Team „Die grünen Zitronen“, der Technik-Sonderpreis ging an H-Mobil und das Team HAC wurde für die beste Präsentation ausgezeichnet.

Um die Zukunft der E-Mobilität brauche man sich angesichts so vieler Talente keine Sorgen zu machen, lobte Bürgermeister Schilff die Teilnehmer des Wettbewerbs. „Wenn dann auch die Politiker endlich ihre Hausaufgaben machen..“ flüsterte ein älterer Schüler im Hintergrund. Für die Teilnehmer:innen, die ihre Fahrzeuge auch im WDR-Fernsehen vorführen konnten, war jedenfalls klar, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sind, denn nach dem DM ist vor dem DM.